Lungenfunktionstests im Detail -
kein Buch mit sieben Siegeln!
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| Die
Ganzkörper- oder Bodyplethysmographie: |
Der blaue und der rote Strich zeigen, wieviel Kraft
man beim Ausatmen aufbringen muß: das ist der
Atemwegswiderstand. Je enger die Bronchien, umso größer
die erforderliche Kraft, umso flacher der Strich.
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In diesem Bild zeigen wir die Lungenfunktion eines Asthmapatienten:
Zuerst hat er sehr enge Atemwege, der Atemwegswiderstand
ist groß, der (blaue) Strich ist flach. Nach Anwendung
seines bronchienerweiternden Sprays öffnen sich die
Bronchien, er hat praktisch einen Normalbefund,
der (rote) Strich ist steil.
Der grüne Strich kann dem Erfahrenen einen Hinweis
auf die Überblähung geben, also die überflüssige
Luftmenge in der Lunge. Beim Asthma ist sie meist
mehr oder weniger normal, der Unterschied zwischen
vor und nach Spray ist gering.
Der grüne Strich steht also beide Male ziemlich
steil.
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| Beim
Emphysem sieht das anders aus!
Der blaue und der rote Strich liegen immer flach (d.h.
nach Anwendung eines bronchienerweiternden Sprays
tut sich kaum etwas): der Atemwegswiderstand ist immer
groß.
Der grüne Strich ist ebenfalls flach, d.h. die
Lunge enthält viel zu viel Luft, sie ist überbläht.
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Die Spirometrie: Auch hier wieder
der Vergleich zwischen Normal, Asthma und Emphysem zur
Verdeutlichung |

Bei der Spirometrie (das ist
die einfachere Technik) misst man vor allem das gesamte atembare
Lungenvolumen und das in einer bestimmten Zeit ausatembare Volumen
(1-Sekunden-Wert FEV1, außerdem die Geschwindigkeit
des Luftstromes.
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Das
Gesamtvolumen ist natürlich von der Größe des Brustkorbes
abhängig. Deswegen wird das FEV1 im Verhältnis zum Gesamtvolumen
ausgedrückt: 75% sind ein guter Durchschnittswert.
Das bedeutet: Ich habe 3/4 meiner Luft in 1 Sekunde ausgeatmet. Meine
Atemwege sind also frei und offen.
Der Atemfluss, also die Geschwindigkeit des Luftstromes ist dann auch
hoch, die Höchstgeschwindigkeit heißt PEF oder
Peakflow. Sie können sie auf einfache Weise mit einem
Peakflow-Meter selbst messen. |
Noch ein paar Worte
zu den gezeigten Kurven. Sie messen hier die Geschwindigkeit (oder
den Fluss) der geatmeten Luft: Oberhalb des horizontalen Striches
Ausatmung, unterhalb die Einatmung. Der Strich selbst
bedeutet, es fleißt keine Luft. Sie können erkennen, dass
schonim Normalfall Ein- und Ausatmung unterschiedlich verlaufen: Die
Einatmung rund und gleichmäßig, die Ausatmung explosiv
mit langsamem Abklingen. Von Null nach oben ist höhere also bessere
Ausatmungsgeschwindigkeit, von Null nach unten bessere Einatemgeschwindigkeit.
Die höchste Spitze der Ausatmung ist der Peakflow. |
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| Beim
Asthma findet man hier ein im VerhØltnis zum Gesamtvolumen
VK (oder VC) niedriges FEV1, die Spitze (das entspricht
dem Peak Flow) ist relativ niedrig. Nach Inhalation seines
bronchienerweiternden Dosieraerosols bessert sich das aber
ganz erheblich: Es finden sich jetzt fast oder sogar ganz normale
spirometrische Werte. |
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Beim
Emphysem sieht das wieder anders aus!
Das Gesamtvolumen kann durchaus noch recht groß
sein, der Peak Flow ist aber sehr niedrig, das FEV1 vor
allem im Verhältnis zur VK ebenfalls, denn es fließt
einfach nur sehr wenig Luft aus der überblähten
Lunge heraus.
Die Form der Ausatemkurve zeigt charakteristischerweise
eine tiefe Einbuchtung oder sogar einen Knick, denn die
Atemwege kollabieren durch den starken Ausatemdruck sofort
nach Beginn der Ausatmung: bronchiale Instabilität,
ein typisches Lungenfunktionszeichen beim Emphysem.
Die Kurven vor und nach Spray liegen praktisch übereinander.
In leichterer Ausprägung findet man das allerdings auch
beim älteren Menschen ohne Krankheitswert. |
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(Dr. M. Prittwitz) |