Auf dieser Seite können Sie sich einen Überblick über die wichtigsten chronischen Erkrankungen der Atemwege informieren.
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.11.2009
Einatmen und Ausatmen …
Ein unendlicher Kreislauf des Lebens! Aber wo ist der "Motor" für
diese Vorgänge?
Die uns umgebende Raumluft wird von uns mit Hilfe unseres
Zwerchfelles angesaugt.
Dieses ist kein "Fell" sondern ein höchst effektiv trainierter
Muskel, der kuppelförmig in Höhe unseres Rippenbogens an der gesamten
Körperwand befestigt ist. Durch seine Kuppelform wird er bei Anspannung
und damit Verkürzung der Muskelfasern flacher, die Kuppel bewegt sich
nach unten, also bauchwärts. Es entsteht ein Unterdruck im Brustraum,
der von außen Luft ansaugt.
Durch die Bewegung in den Bauch hinein (Bauchatmung) wölbt sich dessen
Inhalt etwas nach außen, sprich: unser Bauch wird "dicker" ;-)
Die Lungen selbst, die aus einem schwammartigen Gewebe bestehen, sind von einer
hauchdünnen Haut überzogen, dem
Lungenfell.
Am Rand schlägt dies auf die Brustwand über und wird zum
Rippenfell.
Dazwischen liegt ein feiner, flüssigkeitsgefüllter Innenraum mit
Unterdruck. Dadurch kann die elastische Lunge frei an der relativ starren Brustwand
entlang gleiten.
Gleichzeitig wird das weiche Lungengewebe an die Brustwand gezogen, die Lungen "stehen" so
im Brustkorb und fallen nicht zusammen. Geht jedoch durch eine Verletzung (z.B.
einen
Lungenriss)
der Unterdruck im sog.
Pleuraspalt verloren,
schnurrt die elastische Lunge in sich zusammen, es entsteht ein
Pneumothorax ("Pneu"),
eine Erkrankung, die - wenn man sie schnell erkennt - (meist!) zwar unangenehm
aber nicht sehr gefährlich ist.
Unsere Lungen sind nun nach einer tiefen Einatmung prall mit
Luft gefüllt und aufgeblasen wie ein Luftballon. In dem kurzen Moment
zwischen Einatmen und Ausatmen findet der
Gasaustausch statt:
Sauerstoff gegen Kohlendioxid - O2 rein < - > CO2 raus!
Das dauert nur Millisekunden!
Und nun muss unsere Atemluft wieder ausgeatmet werden, wieder Platz machen für die nächste Einatmung. Das geschieht durch einen genialen Trick der Natur: Nichtstun! Die gedehnten Lungen ziehen sich ganz von selbst zusammen, wenn sie nicht mehr offen gehalten werden - wenn wir das Zwerchfell (und uns) entspannen, strömt die verbrauchte Luft ganz von selbst wieder aus unseren Atemwegen nach außen. Probieren Sie das mal ganz bewusst: kraftvoll tief einatmen, ganz kurz die Luft anhalten, dann einfach loslassen, spüren, wie sanft wir ausatmen ohne irgendein Zutun.
Viele Entspannungstechniken (z.B. Autogenes Training, Yoga) beruhen auf diesem Erlebnis des weichen Strömens, des Loslassens. Wichtig ist das aber auch im Asthmaanfall oder für den Emphysempatienten. Wenn die Bronchien eng sind (Asthma) bzw. wenn die Elastizität der Lungen fehlt, sie schlaff und "ausgelatscht" sind (Emphysem), reicht die Kraft der Lungen nicht mehr aus um die verbrauchte schnell genug hinaus zu befördern, die nächste Einatmung wird vo Körper erzwungen. Weil das nicht so ohne weiteres klappt, kommt es zu Atemnot, Überblähung, Aufgepumptsein …
Werfen wir nun einen Blick darauf, was "nach" dem eigentlichen Atmungsvorgang im Körper passiert: