Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Krankheit Asthma, die auch eine chronische, zeitweise obstruktive Atmwegskrankheit ist, aber möglichst von der COPD getrennt werden sollte. Lesen Sie mehr darüber, denn das ist auch für COPD-Patienten interessant. Manchmal stellt man dann aber auch fest, dass man vielleicht doch eher ein Asthma hat …
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 01.01.2010
Asthma bronchiale - das "echte" Asthma
Oft wird alles was mit Atemnot einhergeht einfach als Asthma bezeichnet. Das ist aber nicht korrekt. Denn Asthma ist ein ganz eingegrenztes Krankheitsbild. Auch wenn man unter COPD leidet, ist es sinnvoll, ein paar Punkte über Asthma zu wissen, denn es gibt einige Überschneidungen ("asthmatische Komponente einer COPD"), und manchmal wird man ja auch gefragt, und dann ist es ganz gut, wenn man sich ein wenig auskennt ...
Das wichtigste Kennzeichen des Asthmas ist die anfallsartig auftretende
Atemnot, also der Asthmaanfall. Der Asthmakranke
ist unter Umständen gut belastbar, es gibt sogar Hochleistungssportler,
die an Asthma erkrankt sind. Die Belastungsatemnot ist also vor allem ein
Zeichen der COPD, aber auch bei einem schlecht behandelten Asthma kann dies
ein Problem sein.
Beim Asthma kommt die Atemnot häufig aus "heiterem Himmel",
ausgelöst z.B. durch Atemreize wie Staub oder Gerüche oder kalte
Luft. Oft komt es aber auch nachts aus dem Tiefschlaf heraus zu plötzlicher,
oft ausserordentlich bedrohlicher Atemnot, besonders in Erkältungszeiten
oder bei Einwirkung von starken Allergieauslösern. Deswegen unterscheidet
man zwischen einem allergischen (z.B. bei Pollenallergie)
und einem nicht-allergischen Asthma.
Das was in den Atemwegen passiert, ist aber das Gleiche: eine plötzliche
Verkrampfung der Bronchialmuskulatur führt zur mehr oder weniger starken
Verengung der Atemwege, es pfeift beim Atmen, der Kranke kann noch mühsam
Luft einziehen, bekommt sie aber nicht mehr richtig heraus. Es sammelt sich
verbrauchte Luft in der Lunge an, sie wird - ähnlich wie beim Emphysem
- zunehmend überbläht - und in eine volle Lunge bringt man keine
Frischluft mehr hinein: ein Asthmaanfall!
Die Inhalation eines atemwegserweiternden Sprays oder Dosieraerosols, spätestens
aber eine Spritze mit atemwegserweiternden Substanzen (im allgemeinen Theophyllin
und Cortison) öffnet die Bronchien wieder und der Spuk ist vorbei.
Um neue Anfälle zu vermeiden, reicht es nicht aus, nur bei Atemnot Medikamente
einzunehmen. Wenn man weiss, dass man in bestimmten Momenten mit Atemnot rechnen
muss, ist es sinnvoll, bereits vorbeugend eine schützende Substanz zu
inhalieren, die die asthmatische Verengung der Bronchien verhindern kann: zuverlässig
kann das nur Cortison! In inhalierbarer, also ganz
lokal wirksamer Form vermeidet man auch die gefürchteten Nebenwirkungen
einer Cortisonbehandlung vor allem bei längerer Behandlungsdauer. Und
die ist meist jahrelang bis lebenslang!
In Einzelfällen kann man auch mal Asthmaanfälle vermeiden, indem
man den Atemnot auslösenden Stoffen (z.B. bestimmten Pollen) aus dem Weg
geht (Allergenkarenz). In der Praxis ist das aber
leider meist nicht zu realisieren. Wer möchte den ganzen Frühling
und/oder den ganzen Sommer bei verschlossenem Fenster in der Wohnung verbringen?
Rauchen ist keine klassische Asthma-Ursache (im Gegensatz zur COPD), kann aber
ein bestehendes Asthma natürlich stark verschlimmern. Die Ursache des
Asthmas ist nämlich eine chronische Entzündung der empfindlichen
Atemwegsschleimhäute - und die dan auch noch mit Zigarettenqualm zu "behandeln" -
das kann einfach nicht gut gehen!
Wenn erstmals Atemnot auftritt, ist es eine wichtige Aufgabe des Arztes, heraus zu finden, ob der Patient an COPD oder Asthma oder eventuell an einer ganz anderen Krankheit leidet. Wie man das macht und worauf man dabei achten muss, damit wollen wir uns im nächsten Kapitel beschäftigen.