Hier erfahren Sie, auf welchen Überlegungen die Behandlung der COPD basiert. Diese Bemerkungen sind wichtig für das Verständnis der einzelnen Behandlungsmaßnahmen.
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.11.2008
Wir haben es im vorigen Abschnitt schon erwähnt: Optimal
wäre es, man könnte die Krankheitserscheinungen dadurch beseitigen,
dass man alles was die Krankheit verursacht, auslöst oder verschlimmert,
einfach weglässt. Medizinisch nennt man das Karenzmaßnahmen.
Z.B. mit dem Rauchen einfach aufhören, Infekte vermeiden, d.h. einfach
nicht krank werden, Umweltbelastungen und körperlichen Anstrengungen
aus dem Weg gehen, eine bessere Arbeit annehmen...
So wie es hier dargestellt ist, ist es einfach unrealistisch, das ist Ihnen
sicherlich auch klar.
Trotzdem sollte man immer mal wieder überlegen, ob nicht die eine oder
andere Verhaltensänderung durch eine Verminderung von schädigenden
Einflüssen zu einer Verminderung von Beschwerden führen könnte.
Manchmal kann man auf diesem Weg doch ein wenig Medikamente einsparen, ein
wenig Leiden lindern.
Eines sollten Sie allerdings nicht tun: körperlichen Belastungen
grundsätzlich aus dem Weg gehen! Das wäre der sicherste Weg in
einen verhängnisvollen Teufelskreis.
Früher dachte man tatsächlich so: Wer Atemnot durch Anstrengung bekommt,
soll diese doch bitte vermeiden! Doch leider führt das im Sinne eines
Circulus vitiosus zu immer mehr Atemnot und immer schlechterer Belastbarkeit.
Denn dann verkommen Kreislauf und Muskulatur, man wird schwächer und schlapper,
die Anstrengung wird noch anstrengender...
Heute geht man erfolgreich den umgekehrten Weg und hat damit eine der wichtigsten
Therapien entdeckt: Sinnvolle und angepasste Bewegung, aufbauendes Training,
Mobilisierung der muskulären und Kreislaufreserven: Man fühlt sich
besser, wird fitter, die Anstrengung wird weniger anstrengend, die Lebensqualität
besser. Dies ist einer der Punkte, wo sich die Meinung in den letzten Jahren
völlig gewandelt hat. Und das mit sichtbarem Erfolg, auch bei schwerkranken
COPD-Patienten!
Wenn sie auf eine Reha gehen, wird das einer der Schwerpunkte
ihres Behandlungsplanes sein - aber auch zuhause sollten Sie diese oft einfachen,
preiswerten und nebenwirkungsarmen Möglichkeiten nutzen.
Früher Passivität und behandeln lassen - heute Aktivität und
Selber tun, das ist die Neue Nachricht - inzwischen schon tausendfach bewährt.
Der nächste Schritt wären Hausmittel, sanfte, natürliche Behandlungen, Therapien ohne Nebenwirkungen. Wer träumt nicht davon? Und es gibt sie tatsächlich, und man sollte sie durchaus auch nutzen. Natürlich darf man sich davon keine Wunder erwarten, dann wird man sicherlich enttäuscht werden. Man sollte auch nicht auf Geschäftemacher hereinfallen, die Ihnen weis machen wollen, dass Sie mit Kräutchen XY ein stark wirksames, eventuell lebensrettendes Medikament ersetzen können. Wenn es so einfach wäre! Der Weg ist leider doch meist recht steinig. Und bei allen Risiken und Nebenwirkungen wird man in vielen Fällen doch nicht auf "Chemie" verzichten können. Aber man kann durchaus kombinieren, Nebenwirkungen von Pharmaka reduzieren oder vorbeugen, solche Mittel verträglicher machen oder dadurch ein wenig die Dosis reduzieren.
Und dann sind da die Medikamente. Viele Menschen haben eine
zwiespältige Beziehung zu ihnen: man mag sie nicht gerne, aber ohne
geht es auch nicht, das merkt der Kranke schon bald. Man fürchtet ihre
Nebenwirkungen und Risiken, aber man sehnt sich nach der schnellen und zuverlässigen
Linderung der ärgsten Beschwerden.
Wichtig ist gerade hier ein kompetenter Partner, der Ihnen helfen kann, den
richtigen Weg zu finden: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Verschiedenes so kombinieren, dass man die Vorteile der einen Substanz bestmöglich
ausnutzt und ihre Nebenwirkungen weitestmöglich vermeidet. Das können
Sie nicht alles selber machen! Dafür muss ein Arzt jahrelang lernen und
studieren und Erfahrungen sammeln. Sie können ihm aber dabei (und damit
auch vor allem sich selber!) helfen, manches können Sie unter seiner Aufsicht
auch selbst machen, das müssen Sie allerdings erst lernen. Ein wenig helfen
dabei soll Ihnen unsere Webseite.
Und Sie werden sehen, so schwierig ist es gar nicht, die wichtigsten Dinge zu verstehen. Mit Zauberei hat das alles jedenfalls wenig zu tun!